Abenteuer Kanada

Annika Lange: 10 Monate in Kanada

29.01.2017 (BO) Annika Lange ist gerade für zehn Monate in New Brunswick, der offiziell einzigen bilingualen Provinz Kanadas, die ungefähr so groß ist wie Bayern. Sie wohnt in Quispamsis, einem Ort nahe der Küste, der circa 20 Minuten von Saint John, der größten Stadt New Brunswicks, entfernt ist. Mit ihrer Gastfamilie, die aus ihren Gasteltern Bruce und Angie, ihren Gastgeschwistern Zoe (6) und Andersen (8), der Oma Mille, der Uroma Marie und Regina, einer anderen Austauschschülerin aus Mexiko, besteht, unternimmt sie vieles. So fahren sie zum Beispiel oft in die Natur oder an die Küste. An einem Wochenende haben sie auch schon gemeinsam Boston besucht. Dank ihrer großen Gastfamilie ist Annika nie alleine.

 

Generell ist in Kanada alles etwas größer als in Deutschland, nicht nur die Familie. So ist es für die Kanadier beispielsweise vollkommen normal vier Stunden mit dem Auto irgendwo hinzufahren. Das Auto ist dort sowieso das meistbenutzte Fortbewegungsmittel, da es weder Züge noch Busse gibt.

 

Bis auf den typischen gelben Bus natürlich, der Annika jeden Morgen vor ihrer Haustür abholt und zur Schule fährt, die ebenfalls etwas größer ist als unser Gymnasium. Die Kennebecasis High School hat circa 1500 Schüler und trotzdem ist der Schulspirit, also das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler untereinander viel stärker als hier in Deutschland. So kommt es auch, dass an einem Tag, an dem eine Sportmannschaft ein Spiel hat, alle die Schulfarben, blau und weiß tragen, um ihr Team zu unterstützen. Doch auch an einigen anderen Tagen ziehen sich die Schüler der Kennebecasis High School zu einem bestimmten Thema an, wie zum Beispiel am „Pink day“, als alle einen Tag lang nur pink getragen haben. Der Unterricht beginnt um 8:45Uhr und endet um 15:30Uhr. Der Schultag ist dann aber noch nicht vorbei, denn nach Unterrichtsschluss beginnen die Clubs. Bei den Mädchen beispielsweise ist Field Hockey ganz groß. Annika singt im Chor, der jedes Jahr ein großes Musical im schuleigenen Theater auf die Bühne bringt, das ebenso groß ist wie die gesamte Schule, was anfangs dafür gesorgt hast, dass Annika sich dort oft verlaufen hat. Es gibt außerdem ein Football Feld und eine große Turnhalle.

 

Auch außerhalb der Schule erlebt Annika während ihres Auslandsjahres einiges. Im Oktober zum Beispiel hat sie mit anderen Austauschschülern ein Wochenende in Toronto verbracht. Außerdem war sie schon whale watchen und hat Thanksgiving, Halloween und die Santa Claus Parade, die die Weihnachtszeit einläutet, in Kanada miterleben dürfen.

 


Verloren in Hamburg

Gegenbesuch der Polen

19.06.2017 (BO) Am Morgen des 15.Mai trafen wir, die 9c, uns vor der Schule, um unsere polnischen Gastschüler in Empfang zu nehmen und in Marne willkommen zu heißen. Nach einer kurzen Erholungspause bei den Familien, startete für die Polen eine kleine Führung durch die Schule. Außerdem lernten sie bei den von uns vorbereiteten Präsentationen etwas über die deutsche Kultur (Psycho-Andreas und Heino) und durften in der Mensa deutsches Essen probieren. Bei einer anschließenden Stadtrallye und einem Besuch bei Alpi hatten wir endlich die Gelegenheit, uns über die Zeit nach der Woche in Polen auszutauschen.

 

Natürlich haben wir auch Ausflüge unternommen, um den Polen Deutschland und Dithmarschen nahe zu bringen. So fuhren wir beispielsweise am Dienstag nach Hamburg, besuchten die Elbphilharmonie und nahmen am Dialog im Stillen teil. Nur fürs Shoppen blieb leider nicht genug Zeit, sodass wir nur durch die Läden durchrennen konnten.

 

Doch auch das schöne Friedrichskoog zeigten wir den Polen in Form einer lustigen Wattwanderung, einem Besuch in der Seehundstation und einer Grillparty auf dem  Bauernhof von Matthis.

 

Am Donnerstagmorgen konnten wir bei Kalle Bäcker unser eigenes Brot backen und bereiteten anschließend Projekte über die deutsch-polnische Freundschaft vor, die wir am Freitag präsentierten. Am Abend trafen wir uns bei Mattis, um den letzten Abend und Frau Nagels Geburtstag zu feiern.

 

Am Freitag, dem 19.Mai hieß es dann auch schon Abschied nehmen. Es ist ein ziemlich komisches Gefühl für uns gewesen, dass wir unsere polnischen Freunde nun wahrscheinlich nie wieder sehen werden, aber trotzdem sind wir alle dankbar für die Erfahrungen, die wir im Zuge des Austausches gemacht haben.


Essen, essen und noch mehr essen

Austausch der 9c mit Polen

12.05.17 (BO) Am 23. März begann für meine Klasse, die 9c, der Austausch nach Polen. In nächtlicher Frühe trafen wir uns am Bahnhof in St. Michel, um den fünf Uhr Zug nach Itzehoe zu nehmen. Dieser fiel jedoch aus, weshalb wir schließlich eine Stunde warten und Frau Nagel unseren gesamten Plan ändern musste. Doch dann konnte es endlich losgehen und eine ziemlich lange aber umso lustigere Zugfahrt startete. Schließlich erreichten wir gegen Abend Slupsk, eine Stadt im Norden Polens mit circa 100.000 Einwohnern und wurden herzlich von unseren Austauschpartnern und ihren Familien empfangen und aufgenommen. Nachdem wir mit viel, viel Essen vollgestopft worden waren, fielen wir erschöpft in unsere Betten.

 

Am folgenden Tag, dem Freitag, trafen wir uns in der Schule und hatten die Gelegenheit polnische Piroggen zu probieren und uns die Präsentationen unserer Austauschschüler über Polen anzuhören. Anschließend erkundeten wir die Stadt, indem wir eine Führung durch das Rathaus bekamen und danach eine Stadtrallye machten, die uns quer durch Slupsk schickte und in einem Teehaus endete, in dem wir den Kakao probierten, der weniger Kakao als geschmolzene Schokolade war. Am Abend trafen sich einige von uns mit ihren Austauschschülern, um ein Lagerfeuer zu machen.

 

Den Samstag verbrachten wir in Danzig, wo wir uns die Altstadt ansahen. Später fuhren wir noch in ein Einkaufszentrum und hatten die Gelegenheit zu shoppen, was besonders die weibliche Seite unserer Gruppe freute.

 

Am Sonntag hatten unsere Gastfamilien die Möglichkeit, das Programm für diesen Tag selbst zu gestalten. Meine Austauschschülerin und ich gingen mit ein paar anderen ins Jumphouse und mit dieser Gruppe anschließend Bowlen. 

 

Der Montag  bestand aus einem Besuch in einem kaschubischen Freilichtmuseum, in dem uns besonders das umgedrehte Haus faszinierte. Nachdem die Führung, die eigentlich drei Stunden dauern sollte, nach einer Stunde wegen mangelnder Englischkenntnisse der Museumsführerin beendet wurde, hatten wir noch viel Freizeit, bevor wir mit dem Bus in einen nahegelegenen Wald fuhren, wo wir zu einer Aussichtsplattform wanderten und Würstchen aßen.

 

An unserem letzten richtigen Tag besuchten wir in Ustka einen stillgelegten Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der damals zu Deutschland gehört hatte und deshalb sogar eine Führung auf Deutsch angeboten wurde. Dort lieferten wir uns auch ein deutsch-polnisches Duell im Bogenschießen, in dem wir Deutschen uns leider geschlagen geben mussten. Anschließend hatten wir noch jede Menge Freizeit in der Innenstadt von Ustka, die wir damit verbrachten am Strand entlangzulaufen, Pokémon in einem Souvenirladen zu kaufen und Pizza zu essen. Am Abend trafen sich wieder einige von uns, um eine Abschiedsparty zu feiern, die ein voller Erfolg wurde.

 

Am Mittwochmorgen war unser Besuch in Polen dann auch schon vorbei. Nach einem tränenreichen Abschied am Bahnhof in Slupsk traten wir, mit viel zu viel Essen (Matthis hatte 9! mit Schnitzel belegte Brötchen mitbekommen) und gutem deutschen Schlager die Rückreise in Richtung St. Michaelisdonn an, wo wir diesmal ganz ohne Verspätung ankamen.

 

Obwohl wir uns anfangs etwas geärgert hatten, dass unsere Parallelklassen ins warme Spanien und Italien fliegen, und wir „nur“ nach Polen fahren durften, war es eine gelungene Woche, bei der wir alle den Gegenbesuch freudig erwarten.


Guten Freunden gibt man ein Küsschen

Austausch der 9a mit Spanien

12.05.17 (KÜ) Am 23.03. ging unser Flug nach Spanien. Denn wir aus der 9a hatten das Glück mit Herrn Müller und Herrn Trippkewitz, dieses Jahr einen Austausch mit zu machen. Als wir abends in Barcelona landeten, war die Stimmung bei allen sehr gut. Nachdem jeder seinen Koffer wieder hatte, hörten wir sofort die lauten Stimmen unserer Austauschschüler. Wir kannten uns bereits gut, da die Spanier ihren Aufenthalt in Deutschland schon hinter sich hatten. Also wurden wir herzlich begrüßt, teilweise auf die Wangen geküsst, wie es in Spanien üblich ist.  Nach einer turbulenten Fahrt mit dem Bus und dem Zug waren alle todmüde und wollten nur noch schlafen, da es nebenbei bemerkt schon ziemlich spät war. Bei der Ankunft in Mollet del Valles trafen wir erstmals auf unsere Gastfamilien. Natürlich gab es dann auch noch ein ausgiebiges Abendessen, welches bei mir eher einem riesigen Mittagessen glich. Für den einen oder anderen werden die spanischen Duschen wohl ein ewiges Mysterium bleiben, da es für einige einfach unmöglich war, die Duschtemperatur weder zu kalt noch zu heiß einzustellen.

 

Aber am nächsten Morgen sahen wir alle mehr oder weniger frisch und ausgeschlafen wieder. Danach startete eine Art „Rallye“ durch Mollet, bei der wir an verschiedenen Orten Fotos machen mussten. Leider fing es dabei unerwartet an zu regnen und wir verkürzten das Ganze ein wenig. Zum Glück besichtigten wir danach das Haus eines Künstlers, der jede Art von Kunstwerken gesammelt hat. Den restlichen Nachmittag haben wir dann mit unseren Austauschschülern alleine oder mit Freunden verbracht.

 

Am Samstag haben wir etwas mit unseren Austauschschüler und deren Familien unternommen. Einige waren in Einkaufszentren, andere im Jumphouse und wieder andere machten etwas ganz anderes. Für das Programm am Sonntag waren ebenfalls die Austauschschüler verantwortlich, so dass der Großteil der Mädchen am Morgen zum Paintballspielen aufbrach. An dem Tag hatten wir richtig schönes Wetter und die Aussicht von dem Hof, auf dem Paintball gespielt haben, war echt genial.

 

Montag besichtigten wir das „Camp Nou“, das Stadion des FC Barcelona. Dafür fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Dort durften wir erst das Museum besuchen und dann alleine den Rundgang im Stadion antreten. Nachdem wir alles gesehen hatten und auch genug Fotos gemacht hatten, brachte der Bus uns zum Strand. Dort konnten wir zwar mit den Füßen ins Wasser, aber zum Baden war das Wasser noch zu kalt. Außerdem konnten wir Beachsoccer spielen, Frisbee werfen, was gar nicht so einfach war, ohne die Frisbee direkt im Meer zu versenken, oder uns einfach nur sonnen. Das Wetter wurde immer besser und am nächsten Tag war bei vielen schon ein leichter Sonnenbrand zu erkennen.

 

Als wir Dienstag dann auch noch den ganzen Tag durch das Zentrum Barcelonas  gelaufen sind, wurde das mit den Sonnenbränden nicht gerade besser. Aber dafür sahen viele bekannte Bauwerke, darunter hauptsächlich Kirchen, Museen und Rathäuser. Danach hatten wir noch einige Zeit zum Shoppen.  Das Highlight war allerdings die „Sagrada Familia“, die unter dem Architekten Antoní Gaudi nie fertiggestellt wurde. Der Bau der Kirche soll voraussichtlich im Jahr 2026 beendet sein, 100 Jahre nach dem Tod Gaudis. Für uns Deutsche war sogar eine Tourführung auf Deutsch und Englisch organisiert worden.

 

Am Mittwoch hatten wir um die 26°C und wanderten gemütlich durch den riesigen Naturpark „Gallecs“. Wir wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt und mussten zusammen einige Aufgaben erfüllen. Nach längerer Zeit wurde das ganze wirklich anstrengend, weil uns die Füße vom Vortag noch etwas wehtaten, denn wir wanderten bestimmt schon über drei Stunden. Endlich trafen wir dann die anderen Gruppen wieder und machten erst mal eine schön lange Pause. Danach waren verschiedene Spiele geplant, allerdings dauert es nicht lange, da verletzte sich eine Austauschschülerin und musste daraufhin von einem Krankenwagen abgeholt werden.

Am Abend wurde eine Talentshow veranstaltet, bei der wir uns selber aussuchen konnten, ob wir mitmachen wollten oder nicht. Wenn nicht konnte man als Zuschauer zugucken oder draußen Fußball spielen. Die Teilnehmer starteten mit ihren Showeinlagen und am Ende konnten die Zuschauer per Abstimmung den Gewinner bestimmen. Das war nicht gerade leicht, denn von Tanzen bis Singen vermischt mit Comedy war alles dabei. Letztendlich gewann sogar ein deutsches Team den großen Preis, welcher aus einem kleinen Oscar und vielen Süßigkeiten bestand. Abends trafen sich dann noch einmal fast alle an einem Restaurant zum Essen und Reden.

 

Am letzten Tag war es dann an der Zeit, Abschied zu nehmen. Alle bedankten sich für die schöne Zeit und brachen dabei mehr oder weniger in Tränen aus. Dann brachte uns ein Zug zurück zum Flughafen und kurz darauf saßen wir alle wieder im Flugzeug nach Deutschland. In Marne wurden wir dann von unseren Eltern empfangen und waren alle froh, wieder zu Hause zu sein.