Familienfeier im Klassenraum

Unzensiert Rasiert - Der Mördermontag: Familienverhältnisse

(KÜ) 04.06.2018 Als Mitglied einer vorwiegend in Dithmarschen ansässigen Familie ist mir durchaus bekannt, dass man hier in Sachen Verwandtschaftsverhältnisse hin und wieder in Erklärungsnot kommt. Nur weil jemand den gleichen Nachnamen hat, bist du nicht unbedingt mit dieser Person verwandt, doch im normalen Fall ist das dann doch der Sohn der Tante der Cousine deiner Mutter.

 

Und auf einmal findest du heraus, dass dein Schwips-Schwips-Cousin zufällig über fünf andere Ecken mit der Enkelin der Cousine deiner Oma, die in deine Parallelklasse geht, verwandt ist und du somit noch mit zwei deiner Lieblingslehrer und deiner besten Freundin verwandt bist. Dann werden dir auch noch Vorwürfe gemacht, weil der Sohn deines Großcousins eine Prügelei angefangen hat und du dies natürlich nicht verhindert hast. Könnte daran liegen, dass du absolut nichts mit ihm zu tun hast und seit drei Jahren nicht mit ihm geredet hast.

 

Aber jeder wurde doch auch bestimmt schon mal von einem Lehrer gefragt, ob man seinem Bruder oder seiner Schwester bitte dieses oder jenes mitteilen könne, und natürlich hat man dies komplett vergessen. Oder aber man muss dem Lehrer erklären, dass das weder dein Bruder noch deine Schwester oder sonst irgendjemand aus deiner Familie ist, obwohl ihr den gleichen Nachnamen habt.

 

Wie wäre es, wenn alle Schüler mal dauerhaft ihren kompletten Familienstammbaum auf ihrem Tisch kleben, um den Lehrern solche Peinlichkeiten in Zukunft zu ersparen? Oder man gibt am Anfang des Schuljahres eine Liste ab mit allen Schülern auf unserer Schule ab, mit denen man irgendwie verwandt ist? Dann hätten Lehrer auch endlich mal was zum auswendig lernen, wäre doch nicht verkehrt so als Ausgleich oder?

 

Trotzdem soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass die Familie das schönste Geschenk auf Erden ist und man sich nicht verdammt nochmal nicht darüber beschweren sollte, aber manchmal gibt es einfach Sachen, über die man mal sprechen muss.

 


Das N steht für Chaos

Unzensiert Rasiert - Der Mördermontag: Die Treppen im N-Trakt

(KÜ) 14.05.2018 Es gibt Dinge auf der Welt, die mich einfach sehr stören. Da wären die unnötigen Kriege, Politiker, die die globale Erwärmung für eine Verschwörung halten, und natürlich nicht zu vergessen: die Treppen im naturwissenschaftlichen Trakt. Oder im Neuanbau. Oder wie auch immer man den Teil hinter der Pausenhalle nennen möchte.

 

Was der Architekt sich dabei gedacht hat, eine viel zu schmale, harte Steintreppe in diesen Trakt bauen zu lassen, werden wir wohl nie erfahren. Vielleicht konnte er Physik und Chemie einfach nicht leiden oder er genoss es, gestresste Schüler zu quälen. Denn sobald die Pausenglocke läutet, strömen die Schüler die Treppen nur so hoch und runter. Dabei ist es für die Normalen unter uns, selbstverständlich auf der rechten Seite zu laufen, da in Deutschland schließlich Rechtsverkehr herrscht. Es gibt allerdings auch Leute, die es vielleicht lustig finden oder einfach nur gegen das System rebellieren wollen. Leute, die konsequent auf der linken Seite laufen. Natürlich machen diese Leute dann auch keinen Platz, wenn man ihnen auf der rechten Seite entgegen kommt und so gesehen auch im Recht ist. Wenn man dann nach links ausweicht und in zwei andere Schüler stößt, die daraufhin wieder andere anrempeln und vor Schreck ihr Pausenbrot fallen lassen, ist das Chaos vorprogrammiert.

 

Noch schlimmer wird es dann, wenn unsere vollbepackten Physik- und Chemielehrer auch in die wohlverdiente Pause gehen wollen, aber durch ihre schweren und dicken Taschen mit den Unmengen an Unterrichtsmaterial doppelt so breit sind wie normalerweise. Dann sollte man am besten sofort den Rückzug antreten, um nicht komplett in die Wand gedrückt zu werden.

 

Auf‘s Gleiche läuft es hinaus, wenn Schüler zu dritt nebeneinander die Treppe erklimmen wollen. Auch wenn man vielleicht gerade ein interessantes Gesprächsthema hat und mit seinen Freunden sehr ins Gespräch vertieft ist, wäre es für alle Unbeteiligten sehr vorteilhaft, wenn dieses Gespräch erst beim Klassenraum weitergeführt werden könnte.

 

Ein weiteres Problem, welches wahrscheinlich den Mädchen eher bekannt ist, ergibt sich mit Anfang des Winters. Zum ersten Mal trägt man seine nagelneuen, megateuren Winterstiefel. Die Freude ist groß, doch dann schleift man ein einziges Mal auf dem Weg zum Physikraum versehentlich mit seinem Schuh über die Kante der verfluchten Steintreppe und zerstört die vorher noch so perfekte Oberfläche seines neuen Lieblingsschuhs.

 

Falls du auch zu der Fraktion der „Linksläufer“ gehören solltest und dies gerade liest, wir würden uns sehr freuen, wenn du dich in Zukunft weniger rebellisch, wie alle normalen Schüler, dem Rechtsverkehr auf der Treppe im  Naturwissenschaftstrakt anschließen würdest.

 


Frische Luft für die Unterstüfler

Unzensiert Rasiert - Der Mördermontag: Ungerechtigkeiten in der Pausenhalle

 (JO) 23.04.2018 Erste Große Pause, man steht entspannt in der Pausenhalle an einem Tisch und knabbert genüsslich an einem Astrid-Spezial. Doch zack, wird deine Ruhe von einem jähen, ohrenbetäubenden Schrei zerstört. Du siehst zu deiner Linken: Fünftklässler. Wie sie dort stehen und Spaß haben und viel zu laut sind für die Ohren normalsterblicher, müder, überarbeiteter Mittel- und Oberstüfler. Auf einmal fühlst du dich wie ein alter Mann, denn früher war alles besser. Gut, für uns war es eventuell nicht wirklich besser, aber es geht ums Prinzip, denn wir durften erst ab der achten Klasse in die Pausenhalle. Wir haben damals natürlich auch genug gemeckert, wenn es draußen ein Grad war, geregnet hat und wir unsere Jacken in einem Klassenraum vergessen hatten, vor dem Herr Langes patroullierte. Dennoch, wir sind rausgegangen, denn es war „Gesetz“ und niemand wollte riskieren eine Schulordnung abschreiben zu müssen.

 

Doch jetzt sind die Zeiten anders, jetzt dürfen wir legal in der Pausenhalle rumhängen – aber alle Unterstüfler offenbar auch. Es gibt zwar noch Lehrer (Helden unserer Zeit), die an dem alten Gesetz festhalten und Fünft- und Sechstklässler „an die frische Luft“ schicken, die sie wahrscheinlich auch dringend nötig haben, da sie dort ihre überflüssige Energie besser ausleben können ohne Älteren auf den Sack zu gehen.

 

Das Ganze wäre ja auch nur halb so schlimm, wenn wir es damals auch gedurft hätten und es früher schon gleiches Recht für alle gewesen wäre. Oder wenn sich die Unterstüfler wenigstens in einer für andere angenehmen Lautstärke unterhalten und ihre frühpubertären Liebesdebakel leiser klären könnten. Oder wenn den älteren, gebrochenen Schülern unter uns nicht die Stühle gestohlen werden könnten, obwohl man sie in unserem Alter eher braucht.

 

Jüngere Schüler bewegen sich draußen doch sowieso mehr, folglich würden sie bei kaltem Wetter auch nicht erfrieren. Es gibt schließlich auch genügend, die sogar im Regen über den Schulhof düsen. Und ab der Achten dürfen sie es dann auch legal, so wie wir: Man muss sich seine Privilegien schließlich freischalten.

 

HINWEIS: Wir haben nichts gegen Fünftklässler, nur gegen das System.


Tatütata, die Medienscouts sind da

Unzensiert Rasiert - Der Mördermontag: Smartboards

12.03.18 (BO) „Man muss mit der Zeit gehen“, dachte man sich wohl, als man die Anschaffung von elektronischen Tafeln für jeden Klassenraum unserer Schule beschloss. Sicherlich sind nicht nur die Lehrer dankbar, dass die ewigen Kreidefinger nun endlich ein Ende haben, sondern auch wir Schüler, die endlich nicht mehr mit verstaubten Lappen voller Kreide auf verstaubten grünen Tafeln voller Kreide rumwischen müssen. Auch darüber, dass man sich mittlerweile zu jeder Unterrichts- und Pausenzeit (nein, das macht natürlich niemand in der Pause) Filme und andere Dinge ansehen kann, ohne sich jedes Mal von ganz oben im Altanbau in einen der grundsätzlich immer ausgebuchten Computerräume zu schleppen, dürfte nicht nur den Lehrern gefallen. Aber unsere lieben Boards sind nicht nur dafür da, dass vor Weihnachten oder den Sommerferien die Lehrer ihre Schüler mit Filmen aus ihrer Jugendzeit unterhalten und Mathelehrer sich bei GeoGebra austoben können. Nein, mit den drei verschiedenen Sorten Tafelelektronik an unserer Schule haben Lehrer die Möglichkeit schon zuhause Präsentationen vorzubereiten, die von der Parallelklasse erarbeitete Lösung direkt an die Tafel zu bringen, ohne alles noch einmal aufschreiben zu müssen und natürlich Tafelbilder abzuspeichern und mit netten kleinen Bildchen zu versehen. Vorbei die Zeit der schiefen Tabellen, jubelten einige. Doch wenn bei gewissen Erdkundelehrern auf den Smartboards SMART Notebook mal wieder nicht funktioniert, bleibt nur der Endgegner: ActivInspire. Stellen Sie sich auf Zeitverzögerungen von mehreren Minuten und Strichen durch das Dokument ein, von denen niemand weiß, wo sie herkommen und was genau ihre Mission ist. Lehrern auf den Geist gehen, wertvolle Unterrichtszeit totschlagen oder den Medienscouts Schweißperlen auf die Stirn treiben? Man weiß es nicht.

 

Alles schön und gut, alles tolle Neuerungen, die den Unterricht weitestgehend bereichern, da sind sich wohl alle einig. Doch was machen denn unsere Medienlegastheniker aus dem Lehrerkollegium? (Wer genau das ist, kann man sich gerne noch einmal ins Gedächtnis rufen. Das Lehrerranking ist noch online.) Mit Word dürften mittlerweile so gut wie alle wenigstens einigermaßen vertraut sein, doch was passiert, wenn ein überforderter Fast-Rentner von einem Legamasterboard zum nächsten Promethean rennt, wissen wir alle: Er wird mit dem Edding aufs Smartboard schreiben. Und dass das so ziemlich das schlimmste ist, was man tun kann, wird den Fünftklässlern seit Neuestem ebenso sehr eingetrichtert, wie uns damals, dass man erst ab der achten Klasse in der Pause in die Pausenhalle darf. Dazu übrigens mehr in unserer nächsten Kolumne.


Wunderwerk Bachelor

Unzensiert Rasiert - Der Mördermontag: Der Bachelor

05.03.2018 (KÜ) Ab jetzt werden wir regelmäßig am ersten Montag im Monat eine neue Kolumne hochladen und euch unsere Meinung zu gewissen Themen näherbringen. In dieser ersten Ausgabe habe ich mich mal mit dem allseits beliebten „Bätschela“ befasst.

 

Ach, es ist doch jedes Mal wieder schön. Vierundzwanzig gutaussehende Singlefrauen wollen in einer RTL-Show die Liebe ihres Lebens finden… oder einfach nur Aufmerksamkeit, um mehr Follower für ihren Instagram Account zu gewinnen. In der gerade laufenden achten Staffel macht der vertrauenswürdige Immobilienmakler Daniel sich auf die Suche nach der perfekten Partnerin. Ob es wohl Zufall ist, dass seine Mutter und andere Verwandte als Schauspieler gearbeitet haben?  Ich weiß es nicht. Und ganz wichtig: Ich gucke mir das natürlich nur gezwungener Maßen und auf keinen Fall freiwillig an!

 

Schon in der ersten Folge erwiesen sich die Kandidaten als eher nicht besonders schlau. Die hohe Anzahl von Blondinen war anscheinend auch für den Bachelor zu viel, denn er verwechselte gleich zwei seiner Herzdamen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer war für mich immer Maxime, doch die hat sich in der sechsten Folge dann freiwillig dazu entschieden zu gehen, weil es zwischen ihr und dem Bachelor einfach nicht gefunkt habe.

 

Wer mit wem der Mitstreiterinnen gut klar kommt oder wen auf den Tod nicht leiden kann, ist für mich mittlerweile nicht mehr wirklich verständlich. In einer Situation wird noch mit jemandem gelästert, während zwei Minuten später direkt über ihn herzogen wird. Die können sich doch auch nicht entscheiden.

 

Schon nach der ersten Folge war mir bereits klar: Das wird eine seeeehr lange Staffel. Ein Bachelor, der vorausschaubarer nicht sein könnte, und Kandidatinnen, die abgesehen von Make-Up und Fashion fast nichts im Kopf haben. Ist ja eigentlich nichts Neues. Um mir die  Folgen ein bisschen zu verkürzen, habe ich einfach mit Bullshit-Bingo in der Bacheloredition angefangen. Da kamen bei mir erst richtig die Emotionen hoch, als ich bereits nach einer halben Stunde „BINGO“ rufen konnte.

 

Naja, immerhin ist der „Bätschela“ ein beliebtes Gesprächsthema und man kann sich sehr gut mit anderen über die Dummheiten der Protagonisten aufregen, mehr allerdings auch nicht.